07.03.2020

Michael Montag erneut zum Vorsitzenden gewählt - Fabian Sperer neuer Stellvertreter - „Fireman“ Krammer in Afrika heiß begehrt

Am Samstagabend lud die Freiwillige Feuerwehr Murnau zur 145. Jahreshauptversammlung ein. Traditionell marschierten die Floriansjünger samt Vereinsmitgliedern in die Kirche St. Nikolaus um hier dem Gottesdienst beizuwohnen. Im Restaurant Zum Murnauer wurde sich dann gestärkt, um anschließend die gut dreieinhalbstündige Versammlung zu starten.

Nach der Begrüßung der anwesenden Gäste aus Politik, Rot-Kreuz, weiteren Feuerwehren sowie den Mitgliedern zeigte der bereits seit 18 Jahren amtierende Vorstand Michael Montag einen aufschlussreichen Rückblick des vergangenen Vereinsjahres. Eindrucksvoll zeigte Montag auf, was wieder alles im Jahr 2019 durch den Verein geboten werden konnte. Das Kesselfleischessen, Altpapiersammlungen, Eisstockturnier, Besuch eines Starkbierfests, Schafkopf-Blaulichtturnier aber auch das Sommerfest sowie der Berufsfeuerwehrtag für die Jungendfeuerwehr waren nur einige Highlights. Für das kommende Vereinsjahr legte der Vorsitzende gleich eine ganze Din A4 Seite an Terminhinweisen auf den Tischen aus. Langweilig wird es da keinem.

Da der Feuerwehrverein zwei Oldtimer-Feuerwehrfahrzeuge sein Eigen nennen darf, besuchten sie mit den historischen Fahrzeugen ein Oldtimertreffen für Einsatzfahrzeuge in München. Hierzu wurde auch die damalige Einsatzschutzkleidung beschafft. Der Unterhalt der Fahrzeuge, wie auch der Verein selbst werden durch Spenden finanziert. So konnte die Feuerwehr im vergangenen Jahr mit dem Geld einer Erbschaft als Spende einen Stromerzeuger, für die aktive Wehr beschaffen.

Wie Michael Montag erklärte, sind die Altpapiersammlungen und der eigene Altpapiercontainer die Haupteinnahmequelle des Vereins. Da der Export nach China und Weitere derzeit aber so gut wie weggebrochen ist, haben die Ehrenamtlichen mit dem Absatz zu kämpfen. Gerade das Mischpapier bereitet ihnen Sorgen. „Wir halten aber dennoch weiter daran fest“, so der Vorsitzende. Er hoffe wieder auf ein steigendes Exportgeschäft.
Das Florianstüberl im Gerätehaus dient den Ehrenamtlichen, um sich nach einer Übung oder einem Einsatz zusammen zu setzen um über erlebtes zu reden. Es dient der Kameradschaft, um bei Getränken und auch Speisen zusammen zu sitzen. Ausbildungen sowie Veranstaltungen werden ebenfalls darin abgehalten. Für jede Veranstaltung, welche durch die Feuerwehr bewirtet wird, muss eine Gastronomie-Einzelgenehmigung beantragt werden. Egal ob Sommerfest, Kesselfleischessen usw. „“Ein teures Unterfangen, eine Dauergenehmigung wäre günstiger“, erklärt der erste Kommandant Krammer dem Vorstand. Nach Beantragung war schnell klar, so einfach geht das nicht. Hohe Anforderungen, sowie bürokratische Hürden machen es dem ehrenamtlichen Verein schwer. Wie es dazu weitergeht, muss nun im Vereinsjahr 2020 geklärt werden.

Der 1.Kommandant, Florian Krammer kann laut seinem Bericht im Ernstfall auf 102 aktive Einsatzkräfte, darunter 6 Frauen zurückgreifen. Wie er weiter erklärte haben sie derzeit 15 Mitglieder in der Jugendfeuerwehr sowie zusammen 116 Passive- und Fördermitglieder im Verein. Letztes Jahr stemmte die Murnauer Feuerwehr ganze 281 Einsätze, 49 weniger als im Vorjahr 2018. Darunter zählten u. a. 38 Brände, 34 Unfälle, 12 Sicherheitswachen aber auch 62! Fehlalarme.

2019 besuchte die Kommune Murnau seine Partnerstadt in Afrika, die Stadt Atwima. Aus dieser Städtepartnerschaft hat sich auch eine Feuerwehr Partnerschaft entwickelt. So wird der 1.Kommandant Krammer von den Einheimischen nur noch mit dem Namen „Fireman“ gerufen. Auch fachlich ist der „Fireman“ dort ein sehr gefragter Mann. Bei einem Besuch in Murnau wurde auch die Feuerwehr den Partnern vorgestellt. Hydranten und Löschfahrzeuge war der Delegation gänzlich unbekannt. Zurück in ihrer Heimat wurde sogleich ein Gerätehaus erbaut und ein altes, gebrauchtes Löschfahrzeug angeschafft. Bei einem Gegenbesuch in Atwima konnte sich eine Murnauer Delegation ein Bild davon verschaffen. An Ausrüstungen fehlt es den Atwimer-Feuerwehrleuten, deshalb haben sich die Partnerstädte darauf verständigt, dass die Murnauer ihre alte Ausrüstung und Schutzkleidung an die neuen Kammeraden spendet. Wenn das alte Löschfahrzeug 16 (LF16) in den kommenden Jahren ausgetauscht wird, soll auch dieses seinen Dienst auf dem afrikanischen Kontinent fortsetzen. Krammer: „Das LF 16 fahren wir dann persönlich nach Atwima.“ Eine über 8000km lange Strecke.

Das Feuerwehrboot und auch das Führungsfahrzeug der Einsatzleitung sind in die Jahre gekommen. Um hier Ersatz zu beschaffen wurden Anträge gestellt und Ausschreibungen veranlasst.

Bei der Vorstandschaftswahl konnte der Vorsitzende Michael Montag von 89 Stimmen 72 auf sich verbuchen, 73 Stimmen der neue 2.Vorsitzende Fabian Sperer, 83 Stimmen fielen auf Kassier Astrid Dodel und 80 Stimmen gab es für den Schriftführer Paul von der Höh. Im Amt bestätigt wurden Johannes Köglmayr und Katharina Maierhofer als Kassenprüfer. Franz Fischer wurde als Beisitzer der passiven Mitglieder bestätigt. Für die Vertrauensleute der Aktiven wurden Markus Kassierer und Matthias Schwietz gewählt.

Der 1.Bürgermeister Beuting ging in seiner Ansprache auf das neue Feuerwehrgerätehaus ein. Die Altlasten müssen aus dem Baugrundstück entsorgt werden. Beuting erklärt, „damit kann frühestens im kommenden Winter begonnen werden, die Geruchsbelästigung wäre im Sommer zu extrem“. Auch ein Verkehrslenkungskonzept wurde nun in Auftrag gegeben. Für das Engagement dankt der Bürgermeister allen Ehrenamtlichen. Weiter führt Beuting aus, dass eine Bürgerinitiative eine Unterschriftenliste mit derzeit rund 350 Unterschriften gegen den Standort des geplanten Feuerwehrgerätehauses dem Bürgermeister überreichen möchte. Wer und was genau dahinter steckt, blieb noch unbekannt.

Neben den Grußworten von Bürgermeister Rolf Beuting, Landrat Anton Speer, Landtagsabgeordneten Harald Kühn richtete auch der Altbürgermeister und stellv. Landrat Dr. Michael Rapp seine Worte an die Anwesenden. „Ihr seid eine wesentliche Stütze in der Marktgemeinde“, so Rapp. Die Zusammenarbeit mit den Schäfflern, welche dieses Jahr ihr Tanzjahr hatten stellte er hervor. Auch die starke Jugendgruppe, sowie die großen Leistungen der Feuerwehr würdigte er. Rapp, schon immer ein großer Bekenner zur Feuerwehr sagte „es kann nicht sein, dass es immer noch so viele Fehlalarme (62) gibt, ich werde das Thema mit in das Landratsamt nehmen“.

Auf den Bildern zu sehen:
Bild 20200307-IMG_1548: Im Feuerwehrdienst vereidigt wurden durch den Kommandanten Florian Krammer, Christian Biebl und Jakob Haller.

Bild 20200307-IMG_1552: v.l.:
Vorsitzender Michael Montag, 10 Jahre Sebastian Schwanert, 40 Jahre Kurt Stelzl, 20 Jahre Heiko Gieschler, 10 Jahre Marcel Müller, 10 Jahre Matthias Schwietz (hinten), 60 Jahre Josef Poettinger, 20 Jahre Uli Bartsch (hinten), 20 Jahre Simone Bartl, 1.Kommandant Florian Krammer

Bild 20200307-IMG_1556: neue Vorstandschaft v.l.:
Kreisbrandinspektor Herbert Maurus, 2.Vorsitzender Fabian Sperer, 1.Vorsitzender Michael Montag, Kassenprüferin Katharina Maierhofer, Kassenprüfer Johannes Köglmayr, Kassier Astrid Dodel, Schriftführer Paul von der Höh, 1.Kommandant Florian Krammer


Fotos Copyright: Dominik Bartl
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