ID: 1408
10.01.2026

Wärl bleibt Vorsitzender – Kein Fortschritt beim Feuerwehrhaus

Bei der Jahreshauptversammlung der Feuerwehr Seehausen standen neben dem Rückblick auf ein ereignisreiches Jahr auch die Neuwahlen der Vorstandschaft auf der Tagesordnung. Hans Wärl junior stellte sich erneut zur Wahl und wurde von den Mitgliedern im Amt des Vorsitzenden bestätigt. Zum zweiten Vorsitzenden wählten die Vereinsmitglieder Bernhard Horner. Franz Daisenberger übernimmt weiterhin die Aufgabe des Kassiers, Martin Güglhör bleibt Schriftführer. Als Kassenprüfer fungieren Andreas Reichmann und Michael Weingand junior, der das Amt von seinem Vater Michael Weingand senior übernahm. Zum Fähnrich wurde Rupert Jais junior gewählt, Michael und Andreas Reichmann stellten sich erneut als Fahnenbegleiter zur Verfügung.

Bei der 138. Jahreshauptversammlung blickte Wärl auch auf das vergangene Vereinsjahr zurück. „Wir haben viele andere Feuerwehren bei ihren Jubiläen begleitet. Immer mit unserer Fahnenabordnung, vielen Kameraden und dem Trommlerzug“, resümierte der Vorsitzende. Auch beim traditionellen Fischerstechen auf dem See war die Feuerwehr vertreten. „Der Kameradschaftstag wurde wieder sehr gut angenommen, wir stellen eine Hüpfburg, Rundfahren mit einem Feuerwehrfahrzeug wurde den Kindern angeboten, die Eltern verweilten bei Kaffee und Kuchen“, berichtete Wärl weiter.

Neben den gesellschaftlichen Aktivitäten forderte vor allem der Einsatzdienst die Ehrenamtlichen. Insgesamt rückte die Wehr zu 37 Einsätzen aus, dabei kamen 402 Einsatzstunden zusammen. „Letztes Jahr mussten wir zum Glück nur zu vier Fehlalarme ausrücken, das ist ein guter Durchschnitt“, erklärte Kommandant Markus Bierling in seinem Bericht. Besonders in Erinnerung blieb der schwere Lkw-Unfall bei Obersöchering, bei dem die Seehauser Kräfte andere Feuerwehren unterstützten. Auch der Badeunfall im Sommer im Staffelsee beschäftigte die Einsatzkräfte über Stunden. „Obwohl wir über fünf Stunden nach dem untergegangenen Mann suchten, konnten wir kein Erfolg verbuchen. Wenige Wochen später konnte der man tot geborgen werden“, schilderte Bierling sichtlich bewegt. „Wir haben alle Register gezogen, waren sofort mit dem Boot auf dem Wasser, hatten alles im Einsatz, was wir haben, dennoch konnten wir ihn nicht mehr auffinden“, sagte der Kommandant.

Aktuell zählt die Feuerwehr Seehausen 74 aktive Einsatzkräfte, darunter 19 Atemschutzgeräteträger. In der Jugendfeuerwehr engagieren sich derzeit sechs Mitglieder. „Wir stehen für das kommende Jahr personalmäßig gut da“, erklärte der Feuerwehrchef. Besonders erfreulich sei ein Novum in der Feuerwehrgeschichte: Mit Anja Bierling stellt die Feuerwehr erstmals eine Gruppenführerin, die zugleich zum Löschmeister befördert wurde. Sie absolvierte die entsprechende Ausbildung an der Feuerwehrschule, leitet zudem die Jugendfeuerwehr und wurde aufgrund ihrer Leistungen und langjährigen Zugehörigkeit befördert.

Kritische Worte fand Kreisbrandinspektor Andreas Weiß zum Thema Feuerwehrgerätehaus. „Es muss endlich was weitergehen, die Einsatzkräfte brauchen ein neues Gerätehaus, welches längst nicht mehr den Vorschriften entspricht“, mahnte Weis. Die Planungen liefen bereits seit vielen Jahren – konkrete Fortschritte seien bislang jedoch ausgeblieben.


Kommentar von Dominik Bartl:
Seit dem Jahr 2010 ist der Ortspolitik bekannt, dass das Feuerwehrgerätehaus der Freiwillige Feuerwehr Seehausen die gesetzlichen Vorschriften nicht mehr erfüllt. 16 Jahre später steht die Gemeinde immer noch am Anfang. Planungen wurden angestoßen, Machbarkeitsstudien in Auftrag gegeben, Grundstücke gesucht – und wieder verworfen. Zwischenzeitlich wähnte man sich bereits am Ziel, doch mit jeder neu gewählten Ortspolitik begann das Spiel von vorn. Verantwortung sieht anders aus.

Während politische Gremien diskutieren, prüfen und vertagen, leisten die Mitglieder der Feuerwehr ihren Dienst ehrenamtlich – ohne Wenn und Aber. Sie stellen im Ernstfall das Gemeinwohl über ihre Freizeit, über ihre Familien, über ihre eigenen Interessen. Sie helfen, wenn andere in Not sind. Und sie tun das unter Bedingungen, die seit Jahren als unzureichend bekannt sind. Das ist nicht nur beschämend, es ist gefährlich.

Der vorbeugende Brandschutz ist keine freiwillige Leistung, kein Prestigeprojekt und kein Posten, den man nach Kassenlage oder Legislaturperiode behandeln darf. Er ist eine Pflichtaufgabe der Gemeinde Seehausen. Punkt. Wer diese Pflicht über mehr als anderthalb Jahrzehnte nicht erfüllt, muss sich die Frage gefallen lassen, ob es sich noch um Verzögerung oder längst um politisches Versagen handelt.

Die Realität ist bitter: In der Kommunalpolitik wird offenbar nicht nach Dringlichkeit entschieden, sondern nach Wahlzyklen. Probleme werden verwaltet, nicht gelöst. Für die Feuerwehr bedeutet das Stillstand – für die Bürgerinnen und Bürger ein unnötiges Sicherheitsrisiko. Ein neues Gerätehaus ist längst überfällig. Alles andere sind Ausreden.



Auf den Fotos zu sehen:
Kommandant Martin Bierling bei seiner Ansprache

Die Neue Vorstandschaft:
v. l.: Martin Guglhör, Franz Daisenberger, Michael Weingand junior, Andreas Reichmann, Jais Rupert junior, Johann Wärl junior, Bernhard Horner, Erster Bürgermeister Markus Hörmann, Martin Bierling, Kreisbrandmeister Martin Lutz, Kreisbrandinspektor Andreas Weiß.

 

Text / Fotos / Videos Copyright: Dominik Bartl/MedienPics.de
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