Energie hält unsere Infrastruktur am Laufen. Kommt es jedoch zu einem größeren und länger andauernden Stromausfall, stehen nahezu alle Bereiche des täglichen Lebens still. Auf solche Szenarien haben sich die Feuerwehren im Landkreis vorbereitet. Auch die Feuerwehr Murnau verfügt über Notstromaggregate, mit denen im Ernstfall die Stromversorgung punktuell sichergestellt werden kann.
„Wir haben uns sehr viele Gedanken gemacht, wie wir mit solchen Notsituationen umgehen müssen“, berichtet Erster Kommandant Florian Krammer. Durch die Marktgemeinde Murnau konnten alle drei Gerätehäuser mit Notstromaggregaten nachgerüstet werden, sodass diese auch bei einem Stromausfall voll einsatzfähig bleiben. Gerade für den Feuerwehrbetrieb ist eine funktionierende Stromversorgung unverzichtbar, da Funkgeräte, Fahrzeuge und weiteres Einsatzequipment auf Strom angewiesen sind.
Ein länger anhaltender Stromausfall hätte jedoch weitreichende Folgen für die gesamte Bevölkerung. Ohne Strom funktionieren weder Telefon noch Internet, Heizungen bleiben kalt, Kühlschränke fallen aus und es gibt kein warmes Wasser mehr. Ampeln und Straßenbeleuchtungen erlöschen, Aufzüge bleiben stecken und Tankstellen können keinen Kraftstoff mehr ausgeben. Besonders kritisch ist die Situation für Pflegeheime sowie für Menschen, die zu Hause gepflegt werden, etwa Dialysepatienten oder beatmete Pflegefälle, die dauerhaft auf Strom angewiesen sind. Krankenhäuser verfügen über eigene Notstromanlagen, doch auch diese benötigen Kraftstoff. Dieser muss dann zugeführt werden.
In solchen Notsituationen übernehmen die Feuerwehrgerätehäuser in Murnau, Weindorf und Hechendorf eine wichtige Rolle als Anlaufstellen für die Bevölkerung. Dort können Informationen eingeholt und Hilfe angefordert werden. Da der Ortsteil Westried über kein eigenes Gerätehaus verfügt, ist vorgesehen, dort im Ernstfall ein Feuerwehrfahrzeug zu stationieren, um auch diesen Bereich abzusichern. Zusätzlich hält die Feuerwehr Murnau weitere Notstromaggregate vor. Als mögliche Notunterkünfte sind das Kurgästehaus und die Mittelschule vorgesehen, die baulich so vorbereitet wurden, dass sie im Bedarfsfall extern mit Strom versorgt werden können.
Trotz aller Vorbereitungen der Einsatzkräfte ist die Eigenvorsorge der Bürger von zentraler Bedeutung. Bei einem längeren Stromausfall bleiben Supermärkte, Geschäfte und Restaurants geschlossen, Bankautomaten und Kartenzahlungen funktionieren nicht mehr und auch zu Hause ist der Alltag stark eingeschränkt. Daher sollte jeder Haushalt Vorräte bereithalten, um sich bis zu zehn Tage selbst versorgen zu können. Dazu zählen ausreichend Trinkwasser von mindestens zwei Litern pro Person und Tag, haltbare Lebensmittel wie Reis, Nudeln, Knäckebrot, H-Milch und Konserven, ein ausreichender Medikamentenvorrat, Bargeld sowie Taschenlampen, Batterien, Powerbanks, Kerzen, Erste-Hilfe-Material und ein Kurbel- oder batteriebetriebenes Radio.
Auch das Rathaus wird im Notfall mit Strom versorgt, um Informationen zu bündeln, die Lage zu bewerten und notwendige Entscheidungen treffen zu können. Darüber hinaus bestehen Kooperationen zwischen Landratsamt, Kommune und Tankstellenbetreibern, sodass Einsatzfahrzeuge aller Organisationen an ausgewählten Tankstellen auch bei Stromausfall betankt werden können und die Einsatzbereitschaft erhalten bleibt.
Die Feuerwehr sieht sich für derartige Notsituationen gut gerüstet. Dennoch ist es entscheidend, dass auch jeder Einzelne vorbereitet ist. Im Ernstfall gilt es, Ruhe zu bewahren, das batteriebetriebene Radio einzuschalten und offizielle Informationen abzuwarten, da bei einem längeren Stromausfall auch das Mobilfunknetz nicht mehr zur Verfügung steht.
Auf dem Foto zu sehen:
v. l.: Florian Krammer und Gerätewart Markus Saliger vor einem Aggregat
Text / Fotos / Videos Copyright: Dominik Bartl/MedienPics.de
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