Am 22. Januar feiert Anton Fischer senior seinen 70. Geburtstag – ein Anlass, der nicht nur zum Gratulieren einlädt, sondern auch zum Innehalten. Denn der Lebensweg des Ohlstädters ist eng verwoben mit Landwirtschaft, Ehrenamt, Politik und einem tiefen Verantwortungsgefühl für seine Heimat.
Geboren wurde Fischer 1956 direkt auf dem Hof am Dorfbach. Der Familienbetrieb „Oberbäck“ blickt auf eine jahrhundertealte Geschichte zurück. Bereits 1551 taucht er erstmals in historischen Aufzeichnungen auf, 1867 kam ein Wirtshaus hinzu. „Ganz früher war das eine Landwirtschaft mit Mühle und Bäckerei“, erzählt der Jubilar. Stillstand gab es dort nie – „umgebaut wird immer“, sagt Fischer schmunzelnd. Als gelernter Landwirt übernahm er den Hof früh und führte ihn konsequent weiter. Seit 30 Jahren wird der Betrieb als Biobetrieb geführt. 2008, mit Beginn seiner intensiven Bürgermeistertätigkeit, übergab er die Verantwortung an Sohn Anton junior, um sich ganz der Kommune widmen zu können.
Engagement zeigte Fischer nicht nur auf dem Feld. Die Freiwillige Feuerwehr prägte sein Leben über Jahrzehnte: sechs Jahre als zweiter, anschließend 18 Jahre als erster Kommandant. Für diese Verdienste wurde er zum Ehrenkommandanten der Feuerwehr Ohlstadt ernannt – eine Auszeichnung, auf die er bis heute stolz ist. Auch das Murnauer Moosprojekt verlangte ihm viel Kraft und Zeit ab. Als Vorsitzender des Freundeskreises begleitete er schwierige Prozesse, suchte Lösungen und blieb beharrlich, bis tragfähige Wege gefunden waren. Als Ehrenmitglied wird Fischer beim Fußball, des Sportvereins Ohlstadt geführt.
Politisch wirkte Fischer 34 Jahre: zunächst als Gemeinderat, dann sechs Jahre als zweiter Bürgermeister und schließlich sechs Jahre als erster Bürgermeister. Die Stichwahl 2014, die er verlor, habe ihn zunächst geärgert, sagt er offen – „aber damit habe ich meinen Frieden gefunden“. Ganz loslassen konnte er dennoch nicht. Seit zwölf Jahren ist Fischer Kreisrat und will auch bei der kommenden Wahl im März weiterhin Verantwortung übernehmen. Projekte wie Pömetsried oder Vorhaben entlang der Bahnstrecke sind ihm noch lebhaft in Erinnerung. „Wir mussten bis vor das Gericht, es gab große Herausforderungen – doch die Projekte konnten gut abgeschlossen werden“, so blickte er auf seine Bürgermeistertätigkeit zurück.
Auch jenseits von Politik und Landwirtschaft bringt sich der 70-Jährige ein: zehn Jahre als Schöffe am Verwaltungsgericht, dazu Engagement im Trachtenverein, Heimatverein sowie im Obst- und Gartenbauverein. Privat ist Fischer Familienmensch durch und durch. Fünf Kinder – zwei Söhne und drei Töchter – und inzwischen zehn Enkelkinder, darunter zwei Mädchen und acht Burschen, bereichern sein Leben. „Die Enkel helfen dem Opa immer gern bei der Arbeit“, sagt er mit einem Lächeln.
Gesundheit steht für ihn an erster Stelle. „Ich bin froh, dass alle in der Familie gesund sind“, betont Fischer, der gerne in die Berge geht und Rad fährt. Langweilig wird es ihm ohnehin nicht: Brennholz machen, am Haus arbeiten, beim Bauen der Kinder helfen – „drei meiner Kinder haben gebaut, da war immer etwas zu tun“.
Nebenbei öffnet Fischer zu besonderen Anlässen noch das Wirtshaus „Sonne“. Vor allem Vereine schätzen das ruhige Lokal für ihre Versammlungen. Gefeiert wird der runde Geburtstag jedoch zuhause in der Sonne. Familie und Freunde kommen zusammen – und der Jubilar selbst darf ausnahmsweise einfach nur Gast sein. Alles andere, so wurde ihm versichert, wird für ihn erledigt.
Text / Fotos / Videos Copyright: Dominik Bartl/MedienPics.de
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