Der Vereinestadl für Saulgrub existiert bereits – wenn auch derzeit nur in Einzelteilen. Zerlegt und eingelagert wartet der Stadl darauf, wieder aufgebaut zu werden. Doch um einen Vereinestadl aufzustellen, braucht es weit mehr als Holz und einen geeigneten Platz. Organisation, Verantwortung und Genehmigungen sind ebenso notwendig. In einem entscheidenden Punkt jedoch hatten die Beteiligten großes Glück – ein Glücksgriff, der den Vereinen erhebliche Kosten erspart.
Künftig sollen den Ortsvereinen rund 150 Quadratmeter Lagerfläche zur Verfügung stehen. Voraussetzung dafür war die Gründung eines eigenen Trägervereins. Unter dem Namen Ortsverein Saulgrub e. V. wurde dieser nun ins Leben gerufen. Die Vorstandschaft besteht aus Tobias Oberpriller als erstem Vorsitzenden, Michael Kriner als zweitem Vorsitzenden, Alexander Schelle als Kassier und Lukas Gerhauser als Schriftführer.
„Diese Neugründung wurde nötig, da ein Verein die Verantwortung für dieses Projekt übernehmen muss“, erklärte Oberpriller. Zudem sei ein Pachtvertrag mit der Gemeinde Saulgrub erforderlich, da der Stadl auf einem kommunalen Grundstück errichtet werden soll. Wie bei jedem Bauvorhaben müssen Anträge gestellt und Baupläne eingereicht werden. Der Gemeinderat hat dem Projekt bereits zugestimmt, aktuell liegt es zur Prüfung beim Landratsamt. „Dank unserem Bürgermeister Rupert Speer konnten wir eine kommunale Fläche im Ortsbereich finden, dort soll der Vereinestadl seinen Platz finden“, so Oberpriller.
Sobald die Genehmigung vorliegt, können die Vorbereitungsarbeiten am Mühlbach, in der Nähe des Feuerwehrgerätehauses, beginnen. „Die Idee dazu gab es schon lange, doch finanzielle Mittel fehlten. Durch einen Zufall kamen wir an den Stadl“, berichtete Michael Kriner. Auslöser war Martin Sailer, der beruflich in Pfronten unterwegs war und dort erfuhr, dass eine gut erhaltene Maschinenhalle einer Wohnraumbebauung weichen sollte. Einen Käufer fand der Eigentümer nicht – die Halle sollte als Brennholz verkauft werden.
Diese Vorstellung ließ Sailer nicht los. Auf dem Heimweg kam ihm der Gedanke, den Stadl als Vereinestadl zu nutzen. Er informierte die Beteiligten – und dann ging alles erstaunlich schnell. Innerhalb einer Woche war die Übernahme organisiert, obwohl weder Standort noch Genehmigung zu diesem Zeitpunkt feststanden. „Die Chance wurde genutzt“, so Kriner.
Der Zusammenhalt der Ortsvereine zeigte sich besonders deutlich beim Abbau. Rund 26 Helfer machten sich an einem Freitag auf den Weg nach Pfronten. Unterstützt wurden sie von der Firma Christa Blockhaus aus Steingaden sowie der Firma Schöttl aus Kohlgrub, die den Kran, Lastwagen und Werkzeug zur Verfügung stellten. Bereits am Samstagnachmittag war das letzte Teil verladen und nach Saulgrub transportiert. Der Kaufpreis: sagenhafte 1500 Euro – der reine Brennholzpreis. Doch Brennholz wird der Stadl nicht. Künftig soll er dringend benötigten Lagerraum für die Ortsvereine bieten.
„Geplant ist, dass alle Vereine im Ort dem Ortsverein beitreten, so kann sich jeder mit einbringen“, erklärte Oberpriller. Die Mehrheit habe diesen Schritt bereits vollzogen, bei einigen stehe noch die Entscheidung in den Jahreshauptversammlungen aus. „Wir sind sehr zufrieden. Für den Ort, für die Vereine hat der Stadl einen großen Mehrwert. Derzeit ist überall im Ort etwas eingelagert. Oft fährt man zu vier Stellen, um alles wieder zusammenzuhaben“, sagte der Vorsitzende.
Die Baupläne wurden inzwischen von Johannes Kratz erstellt und eingereicht, die Freigabe steht noch aus. Das Projekt zeigt eindrucksvoll, was durch Zusammenhalt und spontanes Engagement möglich ist. Zahlreiche Helfer fanden sich, um die Halle abzubauen, nach Saulgrub zu transportieren und dort zunächst einzulagern.
„Wenn wir eine Freigabe bekommen, wird der Pachtvertrag unterzeichnet und die Bodenplatte geplant. Dann wird aufgestellt“, blickte Michael Kriner nach vorne. Viel müsse nicht erneuert werden: eine Dachrinne, ein paar Bretter, ein Balken. Dennoch sei klar: „Wir werden auf unseren Stadl schauen“, betonte der Vorsitzende.
Auf dem Bild zu sehen:
Die neue Vorstandschaft:
v. l.: Lukas Gerhauser, Tobias Oberpriller, Alexander Schelle, Michael Kriner
Foto: Kurz vor dem Abbau der Maschinenhalle in Pfronten
Foto: So wird sich der Vereinestadl am Mühlbach einfügen
Text / Fotos / Videos Copyright: Dominik Bartl/MedienPics.de
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