Mit einem derartigen Andrang hatte er selbst nicht gerechnet: Der Bürgermeisterkandidat der Wählervereinigung Saulgrub, Bernhard Benedikt junior, füllte mit seiner Vorstellungsrunde den Saal des Dorfwirts in Altenau bis auf den letzten Platz. Bereits lange vor Beginn der Veranstaltung waren sämtliche Tische und Stühle besetzt. Zusätzliche Sitzgelegenheiten wurden kurzerhand hinter der Bühne hervorgeholt und zwischen den Reihen platziert, doch selbst das reichte nicht aus – wer zu spät kam, musste stehen.
Der 34-jährige Familienvater von drei Kindern präsentierte sich den Bürgerinnen und Bürgern in einem abwechslungsreichen Rahmen, der immer wieder von musikalischen Einlagen aufgelockert wurde. Benedikt stellte dabei nicht nur seine Person, sondern auch seinen beruflichen Werdegang vor. Nach einer handwerklichen Ausbildung absolvierte er zusätzlich eine Lehre zum Bürokaufmann. Seit 2015 ist er bei der Berufsfeuerwehr München tätig, zunächst bei der Integrierten Leitstelle, später im Einsatzdienst an der Feuerwache 3. Dort übernimmt er heute unter anderem Aufgaben in der Einsatznachbearbeitung und im Qualitätsmanagement. Auch sportlich bringt Benedikt Erfahrung mit: Während seiner Zeit bei der Bundeswehr war er Sportsoldat, insbesondere im Langlauf.
Gleich zu Beginn seiner Ansprache ging Benedikt offen auf kursierende Gerüchte ein. „Die Gerüchte, die derzeit im Umlauf sind, sind nicht wahr. So a Kas, wer sowas verbreitet“, stellte er klar. In den Ortschaften sei zu hören, er wolle lediglich Bürgermeister für Saulgrub sein. Dies entkräftete der Kandidat deutlich: „Kommts einfach zu mir, rufts mich an, ich stehe zu jeder Frage Antwort. Ich werde ein Bürgermeister für alle Ortschaften sein. Jeder Ort ist mir wichtig.“
Auch sein ehrenamtliches Engagement hob Benedikt hervor. Er ist unter anderem zweiter Vorstand im Trachtenverein, Mitglied der Feuerwehr sowie in weiteren Vereinen aktiv. Seine persönliche Verbindung zu Altenau sei eng: „Ich habe zu Altenau einen besonderen Bezug, hier ging ich in die Schule und habe hier auch viele Freunde.“ Die Entscheidung zur Kandidatur sei ihm nicht leichtgefallen, sagte Benedikt mit Blick auf seinen Vorgänger: „Rupert Speer hinterlässt große Fußstapfen, die man auch füllen muss“, so der Kandidat über Rupert Speer.
Das Ehrenamt misst Benedikt eine zentrale Bedeutung bei, da Vereine das Dorfleben prägen. „Ich will euch unterstützen, wo es nur geht“, betonte er. In Saulgrub sei derzeit ein Vereinestadl geplant, ein solches Projekt könne er sich auch für Altenau oder Wurmansau vorstellen. „Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass auch hier die Gemeinde euch eine Fläche zur Verfügung stellen kann.“
Dass das Bürgermeisteramt mit großen Herausforderungen verbunden ist, sei ihm bewusst. Themen wie Abwasserkanäle und die Kläranlage stünden an. „Bürgermeister zu sein ist kein Titel, es ist für mich eine Aufgabe“, erklärte Benedikt. Bereits jetzt informiere er sich im Rathaus über laufende Projekte, um auf dem aktuellen Stand der kommunalen Planung zu sein.
Ein weiteres zentrales Thema seien lange Arbeitswege und die hohen Grundstückspreise, die es vielen Einheimischen unmöglich machten, Wohneigentum zu erwerben. „Ich stelle mir ein Einheimischenmodell vor, doch zeigte sich in der Vergangenheit, wie schwer die Verhandlungen mit Grundstückseigentümern sind. Probieren müssen wir es“, sagte Benedikt. Auch die Pflege älterer Menschen habe er im Blick: „Wir werden immer älter, das Thema Pflege müssen wir angehen.“
Große Bedeutung misst Benedikt zudem der Zusammenarbeit mit den Landwirten bei. „Ihr habt das Dorfleben geprägt und gestaltet, ihr wart von uns allen als erstes hier“, sagte er in Richtung der bäuerlichen Betriebe. Die Regularien der Bundesregierung gingen ihm dabei zu weit: „Viele erschweren die Landwirtschaft. Deshalb müsste man solche Gesetze vereinfachen, auch für Vereine.“
Aus dem Publikum kamen Fragen zur Fernwärmeversorgung mit Hackschnitzel. Hier zeigte sich der Kandidat offen: „Wir müssen nutzen, was wir haben. Das Holz soll im Wald nicht verrotten.“ Mit Blick auf den Zusammenhalt der Orte betonte er: „Miteinander sind wir stärker“ und ergänzte: „Wir können doch stolz auf unsere Ortschaften sein.“
Auch der Tourismus kam zur Sprache. Ammergauer Alpen-Vertreterin Nicole Richter merkte an: „Strukturen haben sich im Tourismus geändert, eine Hotelansiedelung ist wichtig.“ Benedikt stimmte zu und verwies auch auf die Bedeutung für das lokale Handwerk, das von Hotelaufträgen profitiere. Zudem kündigte er an, sich um das Thema Parkgebühren an Wanderparkplätzen kümmern zu wollen, da er hier Handlungsbedarf sehe.
Am Ende seiner Vorstellung machte Bernhard Benedikt junior noch einmal deutlich, worum es ihm geht: für alle Ortschaften und die Anliegen der Bürger da zu sein und gemeinsam die Zukunft der Gemeinde zu gestalten.
Text / Fotos / Videos Copyright: Dominik Bartl/MedienPics.de
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