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06.02.2026

Gedenkjahr an die Winterspiele von 1936 eröffnet

Mit einem eindrucksvoll inszenierten Akt im Olympia-Skistadion hat die Marktgemeinde Garmisch-Partenkirchen das Gedenkjahr zu den 4. Olympischen Winterspielen von 1936 eröffnet. 90 Jahre nach dem Großereignis will der Ort nicht nur zurückblicken, sondern Verantwortung für die Zukunft übernehmen. Die Veranstaltung setzte bewusst ein Zeichen für Erinnerung und kritische Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte.

Im leicht verregneten Skistadion waren Pavillons und Stuhlreihen aufgebaut, doch der Andrang war größer als erwartet. Viele Besucherinnen und Besucher blieben stehen und verfolgten die Eröffnung im Regen. Erste Bürgermeisterin Elisabeth Koch machte in ihrer Ansprache deutlich, warum der Zeitpunkt des Gedenkens bewusst gewählt wurde: „Die Zeit ist jetzt reif zu erinnern, und nicht erst in 10 Jahren um 100-Jährigen.“ Zugleich verwies sie auf die Dringlichkeit des Erinnerns: „Die Zeitzeugen von damals verschwinden immer mehr, deshalb müssen wir erinnern und mahnen.“

Koch zeigte auf, wie die Politik zur Zeit der Olympischen Spiele 1936 den Sport gezielt für Propagandazwecke nutzte. Das Gedenkjahr verstehe sich daher nicht als bloßes Zurückschauen, sondern als Auftrag. „Das Gedenkjahr ist kein Schlussstrich, es ist erst der Beginn der Erinnerung“, sagte die Bürgermeisterin. Geplant seien Säulen und Videovorführungen, die an die damalige Zeit erinnern sollen. „Garmisch-Partenkirchen stellt sich seiner Geschichte. Wir nutzen das Jahr zu erinnern und um einzuordnen.“

Auch die Inszenierung im Stadion unterstrich diesen Anspruch. Das Podest der Redner war hell ausgeleuchtet, daneben standen fünf kreisrunde Leinwände, angelehnt an die olympischen Ringe. Der Rest des Stadions lag weitgehend im Dunkeln, ebenso das Publikum. Der Blick konzentrierte sich auf die Redner und die Leinwände, während im Hintergrund die Skischanze erkennen war.

Bezirkstagspräsident Thomas Schwarzenberger erinnerte daran, dass sportliche Wettkämpfe für Athletinnen und Athleten stets von Sieg und Niederlage geprägt seien. „Der Wettkampf und die Leistungen stehen bei Sportlern im Mittelpunkt.“ Zugleich stellte er den historischen Kontext klar: Mit den Olympischen Spielen von 1936 habe in Deutschland ein dunkles Kapitel begonnen. „Verfolgung, Deportation und Mord folgten“, sagte Schwarzenberger und verband den Rückblick mit einer Mahnung für die Gegenwart: „Wir müssen unsere Demokratie schützen.“

Auf den fünf runden Leinwänden erschienen bereits während der Reden erste historische Aufnahmen und boten einen Vorgeschmack auf die folgenden Bilder aus der Zeit der Olympiade. Schwarzenberger schlug dabei auch einen Bogen zur Gegenwart: „Gerade jetzt, in wenigen Stunden beginnt die offizielle Eröffnung der Olympischen Winterspiele in Cortina d’Ampezzo in Italien. Der Sport steht wieder im Mittelpunkt und wird für starke sportliche Bilder sorgen.“ Im Anschluss folgte eine rund zehnminütige Vorführung mit Bildern und Videos aus der Vergangenheit. Als stilles Zeichen der Erinnerung konnten alle Gäste eine bereitgestellte Kerze entnehmen und sie auf dem Schnee im Stadion abstellen.

Nach dem Eröffnungsakt schloss sich eine Lesung der SZ-Journalisten Uwe Ritzer und Roman Deininger an. Sie zeichneten die Geschichte der Olympischen Spiele in Deutschland nach – von der propagandistischen Nutzung der Spiele 1936 bis hin zum Attentat bei den Olympischen Spielen 1972. Der Auftakt des Gedenkjahres machte damit deutlich: Die Erinnerung an 1936 soll nicht nostalgisch verklären, sondern zur kritischen Reflexion über das Zusammenspiel von Sport, Politik und Gesellschaft anregen.

Text / Fotos / Videos Copyright: Dominik Bartl/MedienPics.de
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