Mit dem Herbst endet eine Ära in Ohlstadt: Am 31. Oktober wird im „Gasthaus zur Post“ das letzte Bier gezapft und das letzte Essen serviert. Wirtin und Pächterin Petra Krapf hat ihren Pachtvertrag gekündigt – nach rund zehn Jahren an der Spitze des traditionsreichen Hauses. Wie es danach weitergeht, ist derzeit völlig offen.
Seit 2016 führte Krapf das zentral im Ort gelegene Gasthaus mit Vorplatz und großem Biergarten in bester Lage. Über die Jahre entwickelte sich die Gaststätte zu einem wichtigen Treffpunkt für Einheimische, Vereine sowie für Wanderer und Radfahrer, die regelmäßig einkehren. Auch der darüberliegende Saal, der sich in kommunaler Hand befindet, wurde von Krapf intensiv bewirtschaftet und ist regelmäßig Schauplatz von Veranstaltungen.
Trotz dieser Bedeutung endet ihr Engagement nun. Gründe dafür liegen unter anderem in den zunehmenden Schwierigkeiten, geeignetes Personal zu finden – ein Problem, das viele Betriebe in der Gastronomie betrifft. Gleichzeitig bleibt unklar, wie die Zukunft der Immobilie aussieht. Die zuständige Brauerei Spaten, Teil der international agierenden Anheuser-Busch-InBev-Gruppe, ließ sämtliche Anfragen unserer Redaktion unbeantwortet. Weder zur Suche nach einem neuen Pächter noch zu möglichen Investitionen in Gebäude und Einrichtung gab es eine Stellungnahme.
Für die Gemeinde ist die Situation besorgniserregend. „Wir sind sehr zufrieden und glücklich mit Petra Krapf als Wirtin“, betont Erster Bürgermeister Christian Scheuerer. Zugleich verweist er auf die Herausforderungen bei der Nachfolgesuche: „Es ist wirklich schade, dass eine gute Pächterin aufhört.“ Ein möglicher Leerstand wäre für den Ort ein herber Verlust. „Es ist ein großer Verlust, Petra Krapf und die Gaststätte, sofern kein neuer Pächter gefunden wird, werden abgehen“, so Scheuerer.
Dass Investitionen notwendig sind, gilt als sicher. Die Immobilie steht in Erbpacht der Brauerei – und ein längerfristiger Leerstand wäre weder wirtschaftlich noch gesellschaftlich wünschenswert. Die Gemeinde signalisiert deshalb Unterstützung: „Wir unterstützen die Brauerei, wo es geht, um einen neuen Pächter zu bekommen“, erklärt der Bürgermeister. Bereits in der Vergangenheit habe es Leerstand gegeben, der nur mit erheblicher kommunaler Hilfe überwunden werden konnte.
Für Ohlstadt steht damit mehr auf dem Spiel als nur ein gastronomischer Betrieb. Das „Gasthaus zur Post“ ist eine Institution im Ort – ein sozialer Mittelpunkt, der weit über seine Funktion als Wirtshaus hinausgeht. Entsprechend deutlich fällt Scheuerers Fazit aus: „Ich bin Petra sehr dankbar für ihre Arbeit. Für die Vereine und unsere Dorfgemeinschaft ist der Schlussstrich ein großer Verlust.“
Die Brauerei Spaten trägt mit ihrem Schweigen zur Ungewissheit über die Zukunft bei. In München bei der Brauerei wurde man von Abteilung zu Abteilung gereicht, ohne Erfolg. Bei der Anheuser-Busch-InBev-Gruppe blieb jegliche Anfrage unbeantwortet.
Text / Fotos / Videos Copyright: Dominik Bartl/MedienPics.de
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