Mit einem viertägigen Festwochenende hat die Freiwillige Feuerwehr Ohlstadt ihr 150-jähriges Bestehen gefeiert. Der Sonntag stand dabei ganz im Zeichen der Feuerwehr und bildete mit Kirchenzug, Feldmesse, Fahnenweihe und Festumzug den feierlichen Höhepunkt des Jubiläums.
Bereits am Morgen versammelten sich die zahlreichen Gäste im Ortskern am Maibaum, um sich für den Kirchenzug aufzustellen. Mehr als 40 Vereine, Feuerwehren und Gruppierungen aus dem Landkreis sowie darüber hinaus waren nach Ohlstadt gekommen, um gemeinsam mit der Feuerwehr zu feiern. Von der Dorfmitte aus setzte sich der Zug in Richtung Ram am Ortsrand in Bewegung, wo die Feldmesse stattfand.
Feuerwehruniformen, Trachtenverein, Musikkapellen, Trommlerzüge, Kutschen und historische Einsatzfahrzeuge prägten das Ortsbild und boten den zahlreichen Zuschauern ein eindrucksvolles Spektakel. Die Feldmesse wurde von Pfarrer Simon Tyrolt gemeinsam mit Diakon Wolfgang Rotzsche zelebriert.
In seiner Predigt richtete Tyrolt bewegende Worte an die Feuerwehrkameradinnen und -kameraden: „Es ist immer wichtig, dass ihr von euren Einsätzen unbeschadet zurückkommt.“ Im Anschluss nahm der Geistliche die Weihe der neuen Vereinsfahne vor.
Die bisherige Fahne der Feuerwehr war nach vielen Jahrzehnten in die Jahre gekommen. Deshalb entschied sich die Wehr, zum 150-jährigen Jubiläum eine neue Fahne anfertigen zu lassen. Nach der feierlichen Segnung wurde sie erstmals aufgestellt, sodass die neuen Fahnenbänder angebracht werden konnten. Für die Feuerwehr war dies ein ganz besonderer Moment, hatten die Ehrenamtlichen doch nahezu zwei Jahre lang auf diesen Augenblick hingearbeitet und die Fahnenweihe vorbereitet. Entsprechend groß war die Freude darüber, dass die neue Fahne nun künftig die Feuerwehr Ohlstadt repräsentieren wird.
Pünktlich zum Zwölf-Uhr-Läuten der Kirchenglocken setzte sich anschließend der Festzug in Richtung Festzelt in Bewegung. Neben den teilnehmenden Vereinen und Feuerwehren waren auch zahlreiche historische Gerätschaften zu sehen. Alte Leitern, Handdruckspritzen, Schlauchwagen und weitere Feuerwehrtechnik aus vergangenen Zeiten wurden präsentiert. Einige der historischen Wagen mussten sogar noch von Pferden gezogen werden und verliehen dem Umzug einen besonderen historischen Charakter.
Beeindruckt zeigte sich auch Ohlstadts Erster Bürgermeister Christian Scheurer. „Ich bin sehr dankbar, was hier auf die Beine gestellt worden ist. Der Zusammenhalt im Ort und unter den Vereinen ist grandios. Ihr seid nicht wegzudenken und gratuliere euch von ganzem Herzen zu eurem Jubiläum“, sagte der Rathauschef.
Das Festprogramm hatte allerdings bereits mehrere Tage zuvor begonnen. Am Donnerstag sorgten die Ursprung Buam für ein voll besetztes Festzelt. Am Freitag übernahm die Rock- und Partyband Inferno die Bühne. Die Besucher feierten ausgelassen, tanzten auf den Biertischgarnituren und füllten die Tanzfläche bis spät in die Nacht.
Mit einem Schmunzeln blickte Feuerwehr-Vorsitzender Richard Gaireiter auf die Festtage zurück: „Offiziell war nach Mitternacht Schluss, doch es gab auch Tage, da sind ein paar Gäste erst im Morgengrauen aus dem Zelt gekommen.“
Auch der Samstag lockte zahlreiche Besucher an. Am Nachmittag stand zunächst das Kanonier-Treffen auf dem Programm. Rund 50 Kanoniere und Böllerschützen aus dem Landkreis versammelten sich in der Badstraße. Kanonen, Hand- und Schaftböller sowie Standböller säumten die Straße. Zwei Schussfolgen ließen den Ort aufhorchen, ehe ein gemeinsamer Salut der rund 30 Kanonen und Böller den Abschluss bildete. Zahlreiche Besucher verfolgten das eindrucksvolle Spektakel.
Am Abend wurde es sportlich: Beim traditionellen Wiagsogschneiden traten insgesamt 16 Mannschaften gegeneinander an, darunter auch zwei Frauenmannschaften. Mit jedem Durchgang wurden die Bestzeiten weiter unterboten. Neben Kraft waren vor allem Technik und Ausdauer entscheidend für den Erfolg.
In der Herrenwertung setzten sich Josef Hindelang und Sebastian Mayr aus der Schöffau durch. Sie durchtrennten zwei Baumstämme in der beeindruckenden Zeit von 32,02 Sekunden. Bei den Frauen mussten die Teilnehmerinnen einen Baumstamm durchsägen. Maria Schretter aus Hechendorf und Anna Hinterholzer aus Attenkam sicherten sich mit einer Bestzeit von 32,73 Sekunden den Sieg in der Frauenwertung.
Nach dem großen Festumzug zog Richard Gaireiter im Festzelt ein rundum positives Fazit: „Ich, beziehungsweise die Feuerwehr, ist sehr zufrieden mit dem Fest. Es hat alles so funktioniert, wie wir uns das vorgestellt haben. Es hätte nicht besser laufen können.“
Doch auch damit war das Jubiläumswochenende noch nicht beendet. Am Sonntagabend wurde im Festzelt auf einer LED-Großleinwand das erste Spiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft übertragen. In geselliger Atmosphäre ließen Besucher und Feuerwehrkameraden die Feierlichkeiten ausklingen.
So endete ein Jubiläum, das eindrucksvoll zeigte, welchen Stellenwert die Feuerwehr Ohlstadt auch nach 150 Jahren noch im Dorfleben einnimmt – getragen von Kameradschaft, Zusammenhalt und großem ehrenamtlichem Engagement.
Text / Fotos / Videos Copyright: Dominik Bartl/MedienPics.de
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