Ein verheerender Großbrand hat am Samstagnachmittag den Ortskern von Eschenlohe erschüttert. Kurz vor 17 Uhr stand ein landwirtschaftliches Anwesen unmittelbar neben der Kirche in Vollbrand. Die Rauchsäule war bereits aus großer Entfernung sichtbar. Trotz des massiven Feuers gelang es den Einsatzkräften, den vorderen Wohntrakt des Gebäudes zu retten. Die Tenne, die Stallungen sowie Wohnungen im hinteren Gebäudeteil wurden hingegen vollständig zerstört.
Für die Feuerwehr entwickelte sich der Einsatz schnell zu einer doppelten Herausforderung: Neben den Flammen kämpften die rund 300 Einsatzkräfte gegen die extreme Sommerhitze. Bei Außentemperaturen von etwa 35 Grad Celsius stiegen die Temperaturen unter der schweren Schutzkleidung auf weit über 40 Grad an. Jeder Atemzug, jede Bewegung und jeder Löschangriff bedeuteten enorme körperliche Höchstleistungen.
Um die Gesundheit der Feuerwehrleute nicht zu gefährden, mussten die Trupps in Abständen ausgetauscht werden. Viele Einsatzkräfte kämpften mit Kreislaufproblemen und Erschöpfung. Die Versorgung mit ausreichend Trinkwasser wurde deshalb zu einem entscheidenden Faktor für den Einsatzerfolg. Immer wieder wurden Getränke an die Einsatzstellen gebracht, damit die Feuerwehrleute ihren Flüssigkeitsverlust ausgleichen konnten. Teilweise kühlten sie sich das Wasser direkt über Kopf und Nacken oder nutzten sogar das Wasser aus den Löschleitungen, um sich zumindest kurzfristig etwas Erleichterung zu verschaffen.
Der Einsatz machte eindrucksvoll deutlich, wie wichtig eine funktionierende Logistik bei Großschadenslagen ist. Wasser wurde nicht nur zur Brandbekämpfung benötigt, sondern auch zur Versorgung und Kühlung der Einsatzkräfte. Ohne eine kontinuierliche Versorgung wären Einsätze dieser Größenordnung bei solchen Temperaturen kaum über einen längeren Zeitraum durchführbar.
Nach ersten Informationen waren zwölf Feuerwehren sowie ein Großaufgebot des Rettungsdienstes im Einsatz. Gegen 19 Uhr hatte das Bayerische Rote Kreuz bereits sechs Verletzte versorgt. Dabei handelte es sich unter anderem um Schnittverletzungen, Verstauchungen und Schockzustände.
Erschwert wurde die Lage zusätzlich dadurch, dass die Feuerwehr Eschenlohe zum Zeitpunkt der Alarmierung noch bei einem Einsatz am Berg „Hohe Kiste“ gebunden war. Deshalb wurden sofort zahlreiche umliegende Feuerwehren nachalarmiert.
Trotz der schwierigen Bedingungen gelang es den Einsatzkräften, ein Übergreifen der Flammen auf benachbarte Gebäude zu verhindern. Damit konnte ein noch größerer Schaden im dicht bebauten Ortskern verhindert werden.
Die Brandursache ist derzeit noch unklar. Brandfahnder der Kriminalpolizei haben die Ermittlungen aufgenommen. Auch zur Höhe des entstandenen Sachschadens liegen bislang keine Angaben vor. Fest steht jedoch, dass die Tenne, die Stallungen sowie eine Wohnung im hinteren Gebäudeteil nicht mehr zu retten waren.
Der Einsatz zeigte eindrucksvoll, wie belastend Großbrände bei extremer Sommerhitze für Feuerwehr, Rettungsdienst und alle Helfer sind. Gleichzeitig bewiesen die zahlreichen Einsatzkräfte, unterstützt von Nachbarn und der Bevölkerung, großen Zusammenhalt und verhinderten mit ihrem unermüdlichen Einsatz eine noch größere Katastrophe.
Im OTon: Einsatzleiter Feuerwehr Franz Steffl, Einsatzleiter Rettungsdienst Maximilian Stephan.
Text / Fotos / Videos Copyright: Dominik Bartl/MedienPics.de
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