Eigentlich wollten die Einsatzkräfte der Feuerwehr Bad Kohlgrub am Sonntag gemeinsam mit der Bevölkerung ihren Tag der offenen Tür feiern. Doch plötzlich schrillten am Spätnachmittag die Alarmpager: Ein Pferd war im Wald zwischen zwei Bäumen eingeklemmt und konnte sich aus eigener Kraft nicht mehr befreien. Für die Feuerwehr begann ein ungewöhnlicher und anspruchsvoller Rettungseinsatz.Solche Notfälle gehören zum Glück nicht zum Alltag der Feuerwehr. An einem Hang in einem Waldstück bei Bad Kohlgrub geriet ein Pferd in eine äußerst missliche Lage. Das Tier hatte versucht, eine schmale Stelle zwischen zwei Bäumen zu passieren. Während es mit dem vorderen Körper noch durch die Engstelle kam, blieb es schließlich mit dem hinteren Teil zwischen den Stämmen stecken. Aus eigener Kraft konnte sich das Pferd nicht mehr befreien.Zu diesem Zeitpunkt herrschte am Feuerwehrhaus noch ausgelassene Stimmung. Die Feuerwehr Bad Kohlgrub feierte am Sonntag ihren Tag der offenen Tür und zahlreiche Besucher waren gekommen. Der Alarm sorgte deshalb zunächst für einen kurzen Schreckmoment. Viele Ehrenamtliche ließen ihr Fest hinter sich und rückten aus, um dem Tier zu helfen. Zusätzlich wurde ein Tierarzt hinzugezogen.Im Wald bestätigte sich die schwierige Lage. Schnell war klar: Einen der Bäume einfach umzusägen, kam aufgrund der Situation und der damit verbundenen Gefahr für das Pferd nicht infrage. Die Einsatzkräfte mussten eine andere Lösung finden.
„Wir haben uns entschieden, dass wir mit Zurrgurten und der Seilwinde am Einsatzfahrzeug die Bäume nach und nach auseinanderziehen“, erklärte Josef Mangold, Erster Kommandant der Feuerwehr Bad Kohlgrub.Was folgte, war Millimeterarbeit. Stück für Stück wurden die beiden Bäume auseinandergezogen. Nach jedem Zug mussten die Zurrgurte erneut nachgespannt werden. Dabei hatte die Sicherheit von Tier und Einsatzkräften jederzeit oberste Priorität. Während der gesamten Rettungsaktion wurde das Pferd von seinen Besitzern und pferdekundigen Einsatzkräften immer wieder beruhigt.Nach einem weiteren vorsichtigen Versuch dann die Erleichterung: Der Abstand zwischen den Bäumen war groß genug. Das Pferd konnte aus seiner misslichen Lage befreit werden – und blieb unverletzt. Anschließend nahmen die Feuerwehrleute den Zug wieder von den Bäumen und konnten ihre Gerätschaften abbauen.Für das gerettete Pferd ging es zunächst auf eine angrenzende Weide. Dort wartete nach der Aufregung erst einmal frisches Gras. Auch bei den Feuerwehrleuten fiel die Anspannung ab. Für sie führte der Weg anschließend zurück zu den zahlreichen Gästen am Feuerwehrhaus. „Nachdem wir jetzt den Einsatz beendet haben, fahren wir zurück zu unserem Fest“, sagte Mangold zufrieden.Damit nahm ein ungewöhnlicher Einsatz für Mensch und Tier ein glückliches Ende – und die Feuerwehr Bad Kohlgrub konnte ihren Tag der offenen Tür mit einer ganz besonderen Erfolgsgeschichte fortsetzen.
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